Gärtnertag
„Alle Begrenzungen, die das Klassenzimmer oder anderen Unterrichtsräume
geben, Wände, Decke oder Fenster fallen weg. Sie weiten sich zur Schulgartengröße
unter freiem Himmel.“ Rudolf Krause
Ein langer Tisch, darauf ein Haufen mit Erde. Die Erde ist dunkelbraun
und duftend eine Einladung sie anzufassen. Man kann sie anfassen, die
Hand eintauchen, Klumpen ertasten und zwischen den Fingern zerbröseln.
Den Duft einziehen.
Ein Erlebnis für die Sinne, aber auch ein Stück Arbeit - Gartenarbeit.
Umtopfen von Tomaten mit der 8. Klasse. Auf dem Tisch stehen die schwarzen
Plastiktöpfe, Hornmehl und Platten mit Jungpflanzen. Wenn die Schüler
eintreffen braucht die Lehrperson nicht viel erklären. Jetzt im Frühsommer
haben die Schüler nach den Aussaaten und dem Pikieren das Umtopfen als
logischen nächsten Arbeitsschritt längst verinnerlicht. Es versteht sich
eigentlich von selbst: Pflanzen gehören in die Erde, die Erde gehört in
den Topf. Was grün ist gehört nach oben. Wurzeln müssen nach unten.
Was für uns wie eine ganz alltägliche Situation wirkt, birgt pädagogisch
betrachtet umfassende elementare Erlebnisse. Vorrangig ist ein Unterricht
im Garten kein abstraktes, begriffliches Geschehen. Diese im Vergleich
zur Abstraktion - intellektuelle Einfachheit des Gartens ist jedoch seine
tiefste Wirkkraft. Arbeit im Garten ist eben nicht nur lebensnah, sondern
sie IST Leben. Für die meisten Schüler ist dies unmittelbar und deutlich
erkennbar. Durch das Leben in der „modernen“ Gesellschaft nehmen die direkten
Wahrnehmungen und Erfahrungen ab. Die Pädagogik spricht hier von Primärerfahrung.
Bei der Aussaat, Pflanzung und Pflege bekommen die Kinder, gerade bei
einjährigen Pflanzen, direkte Rückmeldung durch das Wachsen und Gedeihen.
Viele Kinder lernen schon im Kindergarten, dass aus einem Saatkorn (oft
mit der Sonnenblume demonstriert) eine Pflanze wird. Dennoch säen die
meisten Kinder viel zu dicht aus. Wenn dann das Saatgut keimt, sind sie
verblüfft über ihr Ergebnis. Hier lässt sich gut anknüpfen, um das Denken
in Zusammenhängen, Umsicht und Voraussicht zu erlernen. Wie groß wird
eine Möhre? Wie viel Abstand muss also zur nächsten Pflanze sein, damit
die Möhre schön groß und dick werden kann? Wie sieht die Möhrenkultur
im Herbst aus? Hier werden Vorstellungskraft geschult und Vorstellungen
an der Realität überprüft.
Der Gärtnertag ist für Schulklassen geeignet die gärtnerische Tätigkeiten
im Alltag der Gärtnerei von März bis Oktober miterleben wollen. So sind
die Möglichkeiten der Mitarbeit den jahreszeitlichen Rhythmen angepasst.
Im Frühjahr heißt das Säen, Pikieren und Pflanzen. Im Sommer wird auch
gepflanzt, es stehen Pflegearbeiten an und die Ernte beginnt. Im Herbst
steht die Ernte des Lagergemüses im Mittelpunkt. Im Jahresprogramm
werden die Aktivitäten zeitlich konkret dargestellt (Link). Der Gärtnertag
ist in der Regel ein Vormittag, der ca. 4 Stunden umfasst. Nach der Anreise,
die auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist (Bus 411 des VKP/
www.vkp.de), werden die Schüler und Schülerinnen auf dem Hof begrüßt.
Eine kurze Führung durch die Gärtnerei endet mit der Einweisung in die
jeweilige Arbeit auf dem Acker. Da jedes Jahr anders verläuft, haben wir
Zeiträume für die jahreszeitlichen Arbeiten geöffnet. Diese müssten dann
konkret abgestimmt werden. Wir behalten uns vor Termine zu verschieben,
da z.B. bei strömendem Regen nicht auf dem Acker gearbeitet werden kann.
Praktisches:
- Montag, Mittwoch und Donnerstag Vormittag
- Dauer ca. 4 Stunden - Frühstück wird von der Klasse selbst organisiert, Kräuter für den Tee werden vor Ort gesammelt.
- Das „Gesunde Frühstück“ kann mit gebucht werden, Kosten pro Kind max. 3 Euro.
- Wichtig: Terminabsprache für konkrete Wünsche, da die Arbeiten sich manchmal um 2-3 Wochen verschieben können.
- Anfahrt auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, Linie 411 der VKP (www.vkp.de).