Unsere Produkte
Eine überaus großzügige Vielfalt an Pflanzen ist uns gegeben,
doch nutzen wir nur einen geringen Teil!
(nach Alexander Heil)
Die Entwicklung zur Monokultur vollzieht sich nicht nur in der Landwirtschaft,
sondern auch in unseren Gaumen. Die Ernährung begrenzt sich weltweit auf
ca. 150 Pflanzen und statistisch betrachtet auf drei Grasarten, Mais,
Reis und Weizen, ist allgemein gekannt. Weniger im Bewusstsein der Menschen,
ist auch die Eingrenzung des Geschmackserlebens. Da immer mehr Nahrungsmittel
„designt“ werden und zwar auf den Geschmack einer breiten Masse zu geschnitten,
verschwinden bittere, saure, harzige u.ä. Aromen immer mehr. Süß und salzig
sind die beliebtesten Geschmacksrichtungen. Aber um wie vieles vielfältiger
ist doch die Natur, wie viel feiner sind die Nuancen zwischen süß und
salzig. Auch bei der Züchtung von Gemüse wird diesem Trend entsprochen.
Sprechen Sie mal mit ihren Großeltern über Endiviensalat. Dieser wurde
früher noch lauwarm gewaschen, um ihn für Kinder genießbar zu machen.
So etwas ist heute nicht mehr notwendig.
Unsere Produkte sind Essbare Wildpflanzen, Traditionelle Gemüsesorten,
Kartoffeln, Essbare Blüten, Früchte, Veredeltes und Trockenkräuter.
Essbare Wildpflanzen
„Wildkräuter sind der Inbegriff der Ehrlichkeit in der Küche“
Oskar Marti 1994
Es ist ein uraltes Kulturgut, dass Wildpflanzen als Nahrung verwendet
werden. Bevor der Mensch mit dem Ackerbau begann, war das die einzige
pflanzliche Nahrungsquelle. Es gibt noch mehr Gründe, sich Wildkräuter
genauer anzuschauen. Sie übertreffen das Kulturgemüse bezüglich ihrer
Inhaltsstoffe. Kulturgemüse ist im Laufe der Zeit „ärmer“ an Inhaltsstoffen
geworden.
Vor allem enthalten sie mehr Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine.
Zum Beispiel enthalten Brennnesseln 7,8mg Eisen pro 100g essbarer Anteil,
Spinat nur 4,1mg. Wildkräuter sind also keine Notlösung, sondern eine
Bereicherung! Statt teuere Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen, wäre ein
Spaziergang in der Natur gesünder und günstiger.
Unser Sammelkalender gibt Anregungen für die
richtigen Zeiten zum Sammeln und gute Literatur hilft beim Bestimmen
der Pflanzen. Während unserer Gartenführung
besteht die Möglichkeit, ganz praktische Erfahrungen zu sammeln. Es gibt
auch sehr gute Literatur, die sich auf verantwortungsvolle Weise mit
essbaren Wildpflanzen beschäftigt. Grundsätzlich sollten Blätter oder
ganze Pflanzen am Vormittag gesammelt werden. Wurzeln eher am Nachmittag.
Viele Wildpflanzen sind ähnlich einteilbar, wie wir es vom Kulturgemüse
gewohnt sind. Ursprüngliches Wurzelgemüse war neben der Wilde Möhre/Daucus
carota auch Zuckerwurz/Sium sisarum. Als Blattgemüse, das wie Spinat zubereitet
wird, sind Knötericharten/Polygonium spez., Guter Heinrich/Chenopodium
bonus henricus, Giersch /Aegopodium podagraris und die Brennnessel/Urtica
spez. geeignet. Frische junge Blätter vom Wildpflanzen können für Salate
verwendet werden.
In der „Wilden Kost“ werden Essbare Wildpflanzen auch gezielt kultiviert,
der größte Teil aber auf zertifizierten Flächen gesammelt. Leider ist
es heute aufgrund der hohen Umweltbelastungen nicht mehr empfehlenswert
einfach irgendwo zu sammeln. Überdüngte Wiesen, Autoabgase oder Altlasten
im Boden sollten weitestgehend ausgeschlossen werden.
Traditionelle Gemüsesorten
Der Mensch hat in Folge seiner Sesshaftigkeit angefangen mit dem „Kultivieren“.
In der Zeit als, er als Jäger und Sammler lebte, wurden die essbaren Pflanzen,
die er auf seinem Weg fand, entweder als Nahrungsmittel gleich verzehrt
oder getrocknet als Heilmittel mitgeführt. Eingebunden in das Netz der
natürlichen Rhythmen wusste der Mensch wann, wo und zu welchen Zwecken
Pflanzen verwendet wurden.
Es liegt in der Natur des Menschen, die Welt nach seinen Vorstellungen
zu verändern. Vergleicht man eine wilde Möhre (Daucus carota) mit der
heutigen Speisemöhre ( Daucus carota subsp. sativa) hat die wilde Variante
eine helle, weißliche „Verdickung“, die fest bis zäh im Fleisch ist und
auch nach dem Kochen nicht mit dem Genuss einer zarten Speisemöhre vergleichbar
ist. Die wilde Möhre hat im Vergleich zur Kulturmöhre 17mg/100g essbarer
Anteil an Provitamin A. Was viele Menschen auch nicht vermuten, in den
grünen Pflanzenteilen sind meist sehr viel Carotinoide (Vorläufer von
Vitamin A) enthalten. Sie werden farblich aber vom grünen Chlorophyll
verdeckt.
In der Kulturmöhre sind im Vergleich „nur“ 6mg/100g an ß-Carotin (Vorstufe
von Retinol/Provitamin A), aber 6% Zucker. Das ist der Grund, warum die
Möhre so beliebt ist. Ansonsten macht es mehr Sinn das Laub zu essen!
Zwischen der wilden Möhre und der Kulturmöhre, wie wir sie heute kennen
und gewohnt sind, liegt ein langer Weg. Ihre Vorfahren waren rot, violett
und schwarz gefärbt und auch in der Wuchsform ganz unterschiedlich. Die
klassisch orange Möhre des „Nantaiser“ Typs ist eine gezielte Kreuzung
französischer Landwirte des 19. Jahrhunderts zwischen der mitteleuropäische
Gartenmöhre und der mediterrane Riesenmöhre/D. carota ssp. maximus. In
jeder Saison wird in der „Wilden Kost“, neben den Klassikern, auch eine
Auswahl von diesen alten Sorten angebaut, um die Vielfalt wieder schmecken
zu können sowie Anregungen, Tipps und Saatgut zum eigenen Gärtnern weiter
zu geben.
Kartoffeln
Das Kartoffeln nicht immer rund und gelb waren, hat der eine oder andere
vielleicht schon gehört. Obwohl es eigentlich ein sehr „junges“ Gemüse
hier in Europa ist, ist es doch eins der am stärksten industrialisierten
Früchte in unserem Kulturkreis. Erstmals eingeführt aus Südamerika um
1570 war die Kartoffel schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts in ganz Europa
zum Grundnahrungsmittel geworden.
Im 18. Jahrhundert begannen in Deutschland die ersten Züchtungsversuche.
Sie erfolgten traditionell durch Auslese. Die Kartoffel wurde an den sog.
Langtag unserer Klimazone angepasst, so dass sie nicht mehr meterlange
Ausläufer produzierte an denen die Knollen wuchsen. Auch wurde der kratzige
Geschmack der ursprünglichen Kartoffeln weggezüchtet. Er ist heute noch
bei unreifen Frühkartoffeln zu merken. Da früher fast jeder Gärtner Kartoffeln
durch Auslese „gezüchtet“ hat und die Landsorten untereinander getauscht
wurden, gab es eine Vielzahl an verschiedenen Kartoffelsorten. Die Auswahl
an Formen, Farbe der Schale oder des Fleisches sowie ihre Kocheigenschaften
war sehr groß. Doch die Kartoffel ist mittlerweile ein „Allrounder“ und
dient heute sowohl der menschlichen als auch der tierlichen Ernährung
und ihre Stärke wird für die industrielle Produktion verwendet. Man züchtete
Sorten, die für die Massenproduktion geeignet sind. Diese verdrängten,
gestützt durch die finanziellen Interessen der Saatgutkonzerne, die Landsorten.
Das aktuelle Beispiel ist an der Sorte Linda (Aktion „rettet Linda“ von Karsten Ellenberg) zu verfolgen. Erst langsam entwickelt sich ein Bewusstsein bei den Verbrauchern, wie wenig Wahl sie heute bei ihren Lebensmitteln eigentlich noch haben. Unserer Sortiment an Kartoffeln umfasst hauptsächlich die alten traditionellen Sorten, wie das „Bamberger Hörnchen“ und der „Blaue Schwede“, aber auch Linda wird angeboten.
Essbare Blüten
„Wenn Pflanzen zum Blühen kommen, zeigen sie sich in ihrer höchsten
Vollendung.
Blüten mit ihrem wunderbaren Duft und ihrer strahlenden Schönheit sind
die „Seele der Pflanze“ und eine Freude für Auge und Gaumen. Viele von
ihnen sind essbar und heilsam und enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die
in anderen Pflanzenteilen nicht vorkommen: Blütenfarben, die heilkräftig
sind für Leib und Seele, Blütennektar und sekundäre Pflanzenstoffe wie
Saponine oder Flavonoide, Senföle, ätherische Öle, Mineralien oder Vitamine.“
Ursel Bühring
Damit die wertvollen Bestandteile, wie Nektar oder Blütenstaub nicht herausgeschwemmt
werden, sollten Blüten nicht gewaschen werden. Besser ist es aber ins
Innere zu schauen. Mitunter sitzt dort schon ein kleiner Genießer!
Sowohl die Blüten wilder Kräuter als auch die von Gemüse, sind zum Verzehr
geeignet. Die meisten Blüten wirken auf den ersten Blick süß und lieblich,
was viele auch sind. Der süße Nektar der weißen Taubnesssel/Lamium album
oder das des Gänseblümchens/Bellis perennis schmeckt . Doch die Vielfalt
an Aromen ist weit größer! Würzig schmecken die Blüten des Bärlauches,
scharf die der Kapuzinerkresse oder herrlich erfrischend die kleinen grünlich-gelben
Blüten des Fenchels.
So schön die Blüten anzusehen sind und so interessant sie schmecken, ihre
Pracht weilt nicht lang. Nach der Ernte sollten sie innerhalb weniger
Tage verzehrt werden. Auch ein verregneter Sommer macht eine sichere Ernte
fast unmöglich.
Früchte
Eine Auswahl an Beerenobst ist im Frühjahr 2007 gepflanzt worden. Einige Jahre wird es noch dauern bis wir Ihnen unser gesamtes Sortiment vorstellen können. Unsere Auswahl an Erdbeeren, es sind diesmal ganz normale rotfrüchtige Sorten, wird im Frühsommer aktuell angeboten. Die Himbeeren folgen bis in den Herbst hinein.
Veredeltes
Beim Veredeln von Lebensmitteln ist der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Unsere Rezepte Rubrik wird ständig erweitert, das Stöbern lohnt sich.
Aufgrund der großen Nachfrage haben wir uns entschlossen, auch veredelte
Produkte in unser Sortiment aufzunehmen. Die pflanzlichen Rohstoffe werden
auf unseren zertifizierten Flächen gesammelt oder kommen aus dem Garten.
Verarbeitet werden unsere Produkte in Trappenkamp bei Kaddy`s
Fruit Farm.
Die zerkleinerten Kräuter duften herrlich, verbunden mit Öl, Nüssen und
nach Geschmack geriebenem Parmesan, ein wenig Salz dazu und frisch gemahlenen
Pfeffer.... Fertig! Pesto schmeckt am besten, wenn es ganz frisch hergestellt
wird. Nicht zu jeder Jahreszeit stehen die geeigneten Kräuter zur Verfügung.
Darum haben wir uns entschlossen, unsere Pestos auch in haltbarer Form
herzustellen. So können wir gewährleisten, dass unsere Kunden im Wildkrautpesto
das zarte Frühjahrsgrün genießen können.
Wir bieten derzeit an:
- Wildkrautpesto
- Asia-Pesto
- Kräuter-Pesto
Die Kräuter gibt es zu bestimmten Zeiten natürlich frisch im Hofladen.
So können unsere Kunden ihr eigenes Pesto ganz frisch zubereiten.
Ähnlich ist es mit unseren Fruchtaufstrichen. Die Früchte und Beeren werden
zur Reifezeit verarbeitet, jeweils im Herbst gibt es dann die neue „Ernte“.
Hier wird sich unserer Sortiment stetig erweitern, da der „Essbare Knick“
erst im Frühjahr 2007 angelegt wurde. Ab 2008 werden aus dem Garten Erdbeeren,
Himbeeren und Johannisbeeren zur Verfügung stehen, sowie Wildfrüchte,
die das Beerenobst verfeinern. Auch Produkte aus Holunder wird es geben.
Im jeweiligen jahreszeitlichen Angebot ist Aktuelles zu finden.
Trockenkräuter
Um unsere Kräuter haltbar zu machen, trocken wir sie schonend in einem speziell gefertigten Raum. Je nach Jahreszeit und Wetter erfolgt entweder eine reine Lufttrocknung oder eine Spezialtrocknung unter Wasserentzug. Wie wir wissen können die Sommer in Schleswig-Holstein so feucht sein, dass wir auf die letztere Technik zurückgreifen müssen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Je nach Geschmack werden die getrockneten Kräuter pur angeboten, z.B. Salbeiblätter oder Calendulablüten oder in einer Teemischung. Auch Kräutersalz bieten wir jeweils zum Herbst an.








