Über uns
Die Gärtnerei „Wilde Kost“ ist ein Projekt, das schon vor Jahren anfing
zu keimen. Lange bevor der Trend sich um essbare
Wildpflanzen kümmerte und in Restaurantküchen Giersch/Aegopodium
podagraria verarbeitet wurde, entstand aus einer rein „botanischen“
Beziehung das Interesse an Pflanzen. Nicht nur an ihrem Wesen und ihrer
Art zu leben, sondern auch die vielfältige Verwendbarkeit für uns Menschen.
Dieses Wissen ist Teil unserer Kultur und an diesen Strom wollen wir uns
wieder binden. Da die menschliche Ernährung aus Jagen und Sammeln bestand,
musste es ja auch etwas zum Sammeln geben. Und gibt es heute auch noch...
Wenn zu lesen ist, dass industriell hergestelltes Gemüse immer weniger
Inhaltsstoffe enthält und uns nicht mehr so versorgen kann wie wir es
brauchen, dann schauen wir gerne auf die sogenannten „Wildpflanzen“, die
wahre Vitaminbomben sein können. Als bekanntestes Beispiel gilt vielleicht
das Scharbockskraut/Ranunculus ficaria, einer
von den kleinen Frühlingsboten im Wald- und Waldrandgebiet. Die fleischigen,
leicht herzförmigen Blätter enthalten (nur vor der Blüte verzehren!) pro
100g 131mg Vitamin C. Bei einem Tagesbedarf von 75mg für Erwachsene bedeutet
eine Handvoll Blätter als Salat eine wertvolle Vitaminergänzung, die im
Frühjahr, wenn die Kultursalate noch nicht reif sind, als erstes Grün
genossen werden kann. Im Vergleich dazu enthalten Orangen 50mg und Kopfsalat
13mg Vitamin C.
Daß Wildpflanzen als Nahrung, Ergänzung und als Heilmittel ein Geschenk
an die Menschen sind, ist ganz altes Wissen. Leider ist es heute in Vergessenheit
geraten. Manche haben noch Eltern oder Großeltern, die ihre Erfahrungen
selbstverständlich an die nächste Generation weitergeben. Doch vielfach
ist das Wissen verloren und der Mensch steht quasi vor der Wiese und weiß
sich nicht zu helfen. Oder versucht - da als Unkraut verschrien - große
Heilpflanzen mit Vehemenz aus seinem Garten zu vertreiben. Womit wir wieder
beim Giersch wären...
„Was nicht gefeiert wird, geht unbemerkt vorbei. Man kann
die kleinsten Ereignisse zu einem großartigen Moment des Lebens gestalten,
indem man sich die Zeit nimmt sie zu feiern.“ Zsusanna Budapest
(Heil-) Pflanzen wandeln sich im immerwährenden Kreislauf der Natur.
Genauso wie wir als Gärtner den Anbau im Jahreslauf
gestalten, gehört auch das Leben im Jahreslauf unserer
Meinung nach zu diesem alten Wissen. In der modernen Lebens- und Arbeitswelt
ist es oft sehr schwierig, in Kontakt mit der Natur zu sein. Deswegen
feiern wir die Jahreskreisfeste, um auch hier an eine
alte Tradition anzuknüpfen. Sie teilen sich in die äußeren Sonnenfeste,
die die Veränderungen in den Jahreszeiten markieren, und die inneren Mondfeste,
die spirituelle Punkte setzen. Wer da mehr Informationen sammeln möchte,
findet in der Linkliste weitere Seiten.
Wir von der Wilden Kost möchten mit unserer Arbeit an alte Traditionen
anknüpfen. Das bezieht sich auf die oben erwähnten Wildpflanzen, aber
auch auf die Sortenvielfalt, die es in früheren Gärten gab. Machte den
Menschen in früheren Zeiten Farbe (wie der „Blaue
Schwede“) und Form (wie die „Bamberger Hörnchen“)
mehr Freude als heute? Durch die heutige Art der Nahrungsproduktion wurde
das Angebot an verschiedenen Sorten immer weiter eingeschränkt. Die Wahl
der Sorten hat mit Lagerfähigkeit, Transport und Höhe des Ertrages zu
tun. Das ist aus der Sicht eines Großhandelsproduzenten auch verständlich,
da er nur durch die Masse zu einem Gewinn kommen kann. Die innere Qualität
ist kein Anbaukriterium mehr. Auch die wirtschaftlichen Interessen der
riesigen Saatgutkonzerne bestimmen heute was auf unserem Teller landet.
Doch nicht nur der Nahrungsaspekt ist uns wichtig. Die gärtnerische Arbeit
an sich ist uns ein Anliegen. Es ist erfüllend erleben zu dürfen, wie
eine Gruppe Kinder hier zur Ruhe kommt und sich durch die Arbeit am Boden
und den Pflanzen wieder selber verwurzelt. Wie Kinder, die sonst durch
die Reizüberflutung ständig unkonzentriert sind, Raum und Vertrauen entwickeln
und in ihre Arbeit eintauchen. Auch den Stolz erleben zu können, wenn
die Erntekörbe voll mit buntem Gemüse „heim“ gebracht werden und sie zufrieden
und freudig ihrer Arbeit nachgehen.
Diese vermeintlich einfachen Erlebnisse scheinen uns ein wertvoller Beitrag
auf dem Weg zu einem erwachsenen und verantwortungsvollen Leben zu sein.
Dabei richtet sich unser Angebot an Menschen jeder Altersgruppe, denn
es gibt erfahrungsgemäß genug Erwachsene, die noch keine selbstgezogene
Möhre vom Acker genossen haben. Es ist ein Erlebnis....
Wir freuen uns über die Aufmerksamkeit, die Sie unserem Projekt schenken
und begrüßen Sie gerne bei uns auf dem Acker!
Ihr Wilde Kost-Team

